Symptome erkennen
Leiden Sie an Rheumatoider Arthritis?

Hier können Sie einen ersten Check machen, ob Sie betroffen sein könnten.
Rheumatoide Arthritis möglichst früh erkennen - gemeinsam mit Frau Professor Gromnica-Ihle, Rheumapraxis Berlin-Pankow, wurde dieser Selbsttest entwickelt.
Habe ich Rheumatoide Arthritis?
Keine Alterserscheinung, sondern eine weit verbreitete ernste Erkrankung
Gelenkschmerzen sind keineswegs immer die Folge einer Abnutzung (Arthrose), einer Gicht oder gar eines Wetterumschwungs. Die Rheumatoide Arthritis - die häufigste rheumatische Erkrankung - ist eine Autoimmunkrankheit, bei der die Abwehrmechanismen des menschlichen Körpers irrtümlich körpereigenes Gewebe für fremd und feindlich halten und es angreifen. Betroffen sind meist die Gelenkknorpel. Gerade in den ersten Monaten schreitet diese Erkrankung sehr rasch voran. Aber viele Patienten wissen zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht, was mit ihnen los ist und begnügen sich deshalb mit Schmerz lindernden Medikamenten. Eine Schmerztherapie kann jedoch die Rheumatoide Arthritis nicht stoppen - hier müssen Arzt und Patient aktiv werden, weil die Krankheit selbst aktiv ist und rasch fortschreitet.
Nicht ausreichend: Medikamente gegen Schmerzen
Wird die Rheumatoide Arthritis nicht rechtzeitig behandelt, sehen die Hände bei dieser Erkrankung im Langzeitverlauf dann so unverwechselbar aus, dass die Diagnose sicher richtig gestellt wird - was man dort aber sieht, sind bereits unwiederbringliche Gelenkzerstörungen.
Ist die Rheumatoide Arthritis festgestellt, kann sofort eine Therapie mit wirksamen Medikamenten eingeleitet werden, die in das fehlgesteuerte Immunsystem eingreifen. Und dies funktioniert desto besser, je früher man beginnt.
Vermeidbar: Gelenkzerstörungen
Eine Hilfe bei der Diagnosestellung sind die „Klassifikationskriterien“ des American College of Rheumatology:
  1. Morgensteifigkeit in den Gelenken von mindestens 60 Minuten Dauer
  2. Arthritis (= Gelenkentzündung) mit Schwellung und/oder Erguss in drei oder mehr Gelenkbereichen
  3. Arthritis im Bereich der Hände (Handgelenke, Fingergrund- und -mittelgelenke)
  4. Symmetrische Arthritis (auf beiden Körperseiten sind die gleichen Gelenke betroffen)
  5. Nachweis von Rheumaknoten
  6. Nachweis des „Rheumafaktors“ im Blutserum
  7. Typische Veränderungen im Röntgenbild (z. B. Entkalkungen, Gelenkspaltverschmälerungen, Zysten, Erosionen)
Liegen mindestens vier dieser sieben Merkmale vor und bestehen die Merkmale 1 bis 4 seit mindestens sechs Wochen, ist sehr wahrscheinlich eine Rheumatoide Arthritis die Ursache. Und gerade die Merkmale 1 bis 4 kann jeder selbst beobachten und wahrnehmen. Hellhörig werden sollten beispielsweise Diejenigen, die morgens nach dem Aufstehen zunächst wegen steifer Fingergelenke nicht in der Lage sind, die Hand zur Faust zu ballen, sich die Schuhe zuzubinden oder eine gefüllte Tasse zu halten.
Diagnose: Wichtige Symptome selbst erkennen
Liegt bereits die Erkrankung im nahen Familienkreis vor, so wächst die Wahrscheinlichkeit einer Rheumatoiden Arthritis als Ursache für eigene Gelenkbeschwerden, denn eine genetische Prädisposition spielt bei dieser Erkrankung auf jeden Fall eine Rolle. Umgekehrt kann aber niemand die Erkrankung ausschließen, weil in der Verwandtschaft bisher kein solcher Fall vorgekommen ist: Es spielen auch Faktoren von außen eine Rolle, die wir noch nicht kennen. Bei eineiigen Zwillingen kann durchaus der eine die Krankheit bekommen und der andere nicht.
Risiko: Rheumatoide Arthritis in der Familie
Endgültig abzuklären ist die Diagnose also nur durch den Besuch des Arztes - am besten einem Facharzt für Rheumatologie. Deshalb sollte niemand zögern, ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen, wenn er befürchtet, eine Rheumatoide Arthritis zu haben.
Was tun?
Je früher eine Rheumatoide Arthritis diagnostiziert wird, desto wirksamer kann behandelt werden. Im Regelfall wird nach dem Feststellen einer Rheumatoiden Arthritis die Therapie mit Methotrexat eingeleitet. Wenn ein Fortschreiten der Erkrankung damit nicht aufgehalten werden kann, wird Ihr Arzt im Regelfall nach ca. drei Monaten ein weiteres Medikament vorsehen. So genannte Kombinationstherapien - beispielsweise Methotrexat plus Ciclosporin - haben sich als sehr wirksam erwiesen. Wenn dann der Zerstörungsprozess an den Gelenken gestoppt ist, wird Ihr Arzt versuchen, die Dosis zu verringern oder wieder mit weniger Medikamenten auszukommen.
Kurz & Knapp
Die wichtigsten Hinweise zur Rheumatoiden Arthritis:

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