Arthritis = Arthrose?
Was unterscheidet eine Autoimmunerkrankung von Gelenkverschleiß?

Das gibt’s doch nicht!“ dachte Petra S.: Sie, die immer sportlich aktiv war, konnte plötzlich vor Schmerz die 19. Runde im Stadion nicht mehr beenden. „Meine Zehen fühlten sich an, als seien sie gebrochen“, erinnert sich die damals 36-Jährige. „Das konnten doch keine Abnutzungserscheinungen sein!“
Gelenkschmerzen: Keinesfalls immer eine Alterserscheinung
Das waren ihre Beschwerden auch nicht: Frau S. hat Rheumatoide Arthritis. Dass es sich nicht um eine Abnutzung der Gelenke (Arthrose) handelt, wurde im weiteren Krankheitsverlauf deutlich: Obwohl sie sich in der Folgezeit immer weniger bewegte, waren sehr bald auch ihre Hände, dann Schulter, Ellenbogen und Knie von Schmerzen und Steifigkeit betroffen. Auto fahren war nicht mehr möglich, selbst Schnürsenkel binden nicht - und um die Treppe zu steigen, brauchte die Mutter von vier Kindern nun eine ganze Stunde.
Die Rheumatoide Arthritis ist eine Erkrankung, die den gesamten Organismus
betrifft. Deshalb äußert sie sich nicht nur an einem,
sondern an mehreren Gelenken und manchmal auch an inneren Organen.
Das Immunsystem, das eigentlich körperfremde, schädliche
Stoffe abwehren soll, identifiziert fälschlicherweise den eigenen
Bewegungsapparat als fremdes, feindliches Gewebe. Wenn diese Erkrankung
nicht gestoppt wird, „zerfrisst sie einem regelrecht die Knochen“,
so Petra S. So weit muss es aber nicht kommen: Die Krankheit kann
heute mit wirksamen Medikamenten gestoppt werden, je eher, desto
besser. Diese Wirkstoffe greifen auf verschiedene Weise in die Fehlsteuerung
des Immunsystems ein und bringen die Attacken auf die Gelenkknorpel
zur Ruhe.
Kritische Phase: Die ersten Monate
Typische Symptome, die schon in der Frühphase helfen, eine Rheumatoide
Arthritis von anderen, nicht immun bedingten Gelenkerkrankungen
wie Arthrose oder Gicht zu unterscheiden, sind Schmerzen und Schwellungen
mehrerer Gelenke, die eher in Ruhe als bei Belastung vorkommen.
Meist treten die Beschwerden an Händen und Füßen
auf, oft symmetrisch in beiden Körperhälften. Besonders
kennzeichnend ist die mindestens eine Stunde anhaltende Morgensteifigkeit
der betroffenen Gelenke. „Bis ich eine Tasse aus dem Schrank genommen
hatte, mussten die Kinder schon zur Schule“, erklärt Frau S.,
der es heute dank wirksamer Medikamente wieder gut geht.
Kennzeichnend: Steife Gelenke in den Morgenstunden