Symptome erkennen
Leiden Sie an Rheumatoider Arthritis?

Hier können Sie einen ersten Check machen, ob Sie betroffen sein könnten.
Rheumatoide Arthritis möglichst früh erkennen - gemeinsam mit Frau Professor Gromnica-Ihle, Rheumapraxis Berlin-Pankow, wurde dieser Selbsttest entwickelt.
Wissenschaftliche Belege
Frühe Rheumatoide Arthritis erfolgreicher behandeln
Die Rheumatoide Arthritis (RA) schreitet gerade im ersten Jahr sehr rasch voran. Innerhalb von zwei Jahren haben mehr als 90 Prozent der Patienten nicht mehr zu heilende Gelenkschäden.
Je eher eine Behandlung der RA mit Basismedikamenten (DMARDs) einsetzt, desto größer die Chance, die Zerstörung in den Gelenken zu stoppen. Daher sollte diese Therapie möglichst bereits in der sehr frühen Phase, idealerweise innerhalb von drei Monaten, beginnen.
Das ist auch die Schlussfolgerung einer Vergleichsstudie, die den Behandlungserfolg bei Patienten mit früher RA untersuchte: Die eine Gruppe wurde innerhalb von drei Monaten mit DMARDs behandelt und die andere Gruppe erst nach durchschnittlich 12 Monaten. Bereits nach dreimonatiger Therapie zeigte sich, dass bei den Patienten, die innerhalb von drei Monaten mit DMARDs behandelt worden sind, der Zustand erheblich besser ist. Und dieser Behandlungserfolg war über die gesamte Beobachtungszeit, die sich über 36 Monate erstreckte, erkennbar.
Bessere Krankheitskontrolle durch frühe
Behandlung mit DMARDs
Zur Messung des Therapieerfolges wurde der Krankheitsaktivitätsparameter (Disease Activity Score) DAS28 bestimmt. Bei der Bewertung der Krankheitsaktivität werden 28 festgelegte Gelenke nach Schwellung und Schmerz untersucht. Zusätzlich wird die Schwere der Entzündung anhand von Blutwerten festgestellt und ein Patientenurteil über die Krankheitsaktivität abgefragt. Außerdem wurden die Röntgenstadien der RA nach Larsen (Larsen-Score) bestimmt.
Die Krankheitsaktivität und die im Röntgenbild erkennbaren Gelenkzerstörungen waren bei den früh behandelten Patienten deutlich geringer und es musste auch seltener die DMARD-Therapie geändert werden, da bei den frühzeitig – also innerhalb von drei Monaten – behandelten Patienten die Medikamente besser wirkten. Diese Studienergebnisse unterstreichen nochmals deutlich die Bedeutung einer frühen DMARD-Therapie innerhalb der ersten wenigen Monate des Krankheitsbeginns.

Literatur: Nell VPK et al. Rheumatology 2004; 43: 906-914
Trotz früher Behandlung mit DMARDs sind die Therapieerfolge bei RA häufig dennoch nicht zufrieden stellend. Was sind die Gründe, warum viele RA-Patienten nicht ausreichend auf die Therapie ansprechen?
Eine Studie, die sich mit dieser Fragestellung beschäftigte, kam zu dem Ergebnis, dass im Vergleich zu einer „Standardbehandlung“ Patienten unter einer intensivierten Betreuung besser auf die DMARD-Therapie ansprechen. Auch musste bei weniger Patienten die Therapie aufgrund von Nebenwirkungen geändert werden. Trotz der intensivierten Betreuung entstanden zudem keine zusätzlichen Kosten!
Klare Vorteile durch intensive Betreuung
bei früher Rheumatoider Arthritis
Bei der Standardtherapie wurden die Patienten alle drei Monate untersucht. Bei den Patienten unter einer intensiven Betreuung wurde der DAS monatlich bestimmt und die DMARD-Dosis (z. B. Ciclosporin) entsprechend angepasst. Die Patienten wurden bei unzureichender Wirksamkeit auch schneller mit weiteren DMARDs behandelt (Kombinationstherapie) und es wurden häufiger Steroide in die Gelenke gespritzt.
Unter der intensiven Betreuung kam es zu geringeren Remissionsraten – also weniger Rückfällen; die Krankheit schritt langsamer voran und die Lebensqualität der intensiv betreuten Patienten war insgesamt besser. Bei beinahe doppelt so vielen Patienten (82 % im Vergleich zu 44 %) konnte durch die Intensivbetreuung der DAS auf unter 2,4 gesenkt werden – was bedeutet, dass die Rheumatoide Arthritis nicht fortschreitet. Bei über 70 % der Patienten in der Intensivgruppe konnte eine 70-prozentige Verringerung der Beschwerden – das entspricht fast einer vollständigen Remission der Symptomatik – festgestellt werden im Vergleich zu weniger als 20 % in der Standardgruppe. Nachgewiesen wurde dies anhand des ACR70, einer vom „American College of Rheumathology“ entwickelten Mess-Skala zur Erfassung rheumatischer Beschwerden. Der ACR erfasst u. a. die Zahl der druckschmerzhaften Gelenke und Zahl der geschwollenen Gelenke, die Schmerzeinschätzung durch die Patienten und es werden Parameter für die Entzündungsaktivität wie Blutsenkungsgeschwindigkeit und C-reaktives Protein untersucht.
Literatur: Grigor C et al. Lancet 2004; 364: 263-269
Die Autoren Grigor et al. schlussfolgerten aus diesen Ergebnissen: „Intensive Patientenbetreuung bei Rheumatoider Arthritis verbessert wesentlich die Krankheitsaktivität, radiographische Krankheitsprogression, körperliche Funktion und Lebensqualität ohne zusätzliche Kosten.“
Besonders schwer an Rheumatoider Arthritis erkrankte Patienten profitieren häufig davon, wenn verschiedene DMARDs frühzeitig miteinander kombiniert werden. Vergleicht man die Monotherapie mit Methotrexat (MTX) mit einer Kombinationstherapie aus MTX und Ciclosporin, sprechen die Patienten auf die Kombinationstherapie häufig besser an – und das bei anhaltender Wirkung. Zudem können häufig Steroide eingespart werden und im Regelfall kommt auch nicht zu vermehrten Nebenwirkungen.
Patienten mit schwerer Rheumatoider Arthritis
profitieren vom frühen Einsatz von
Kombinationstherapien mit DMARDs
Antirheumatische
Medikamente

Entscheidend bei der Rheumatoiden Arthritis ist es, rechtzeitig mit einer wirksamen Therapie zu beginnen.

Und hier bestehen in Deutschland unverändert eklatante Versorgungs-
defizite.

Was hilft wirklich? 

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