Gelenkschmerzen - Was tun?
Besser eingreifen als abwarten!

Rheumadecken helfen nicht bei der Rheumatoiden Arthritis. Rheumatoide Arthritis - in Deutschland auch noch als chronische Polyarthritis bezeichnet oder umgangssprachlich als Gelenkrheuma - ist die häufigste und eine der schwersten von mehr als 100 Erkrankungen des Bewegungsapparates, die landläufig unter dem Begriff „Rheuma“ zusammengefasst werden. Etwa 800.000 Deutsche sind von Rheumatoider Arthritis betroffen, darunter 600.000 Frauen. Die ersten Symptome treten häufig im Alter zwischen 30 und 50 Jahren auf; aber treffen kann es Menschen jeden Alters – auch Kinder und Jugendliche. Viele Betroffene wissen im Anfangsstadium nichts von ihrer Erkrankung. „Es dauert durchschnittlich anderthalb Jahre, bis ein Patient mit Rheumatoider Arthritis wirksam behandelt wird“, erklärt Prof. Dr. Klaus Krüger, München. Bis dahin erhalten die Betroffenen oft nur eine symptomatische Therapie mit Schmerzmedikamenten, beispielsweise Acetylsalicylsäure oder Diclofenac.
Häufig: Die Autoimmunerkrankung Rheumatoide Arthritis
Dabei sollten eigentlich nicht mehr als drei Monate zwischen dem ersten Auftreten von Gelenkschmerz und der sicheren Diagnose sowie dem Beginn einer wirksamen Therapie verstreichen, so Krüger. Die Rheumatoide Arthritis ist eine Autoimmunerkrankung. Dies bedeutet: Das körpereigene Abwehrsystem ist fehlgesteuert und greift die Strukturen des Bewegungsapparates an. Gelenke sind entzündet und werden – wenn nicht eingegriffen wird – häufig bis zur Unkenntlichkeit zerstört. Deshalb darf die Rheumatoide Arthritis nicht mit bloßen Abnutzungserscheinungen der Gelenke verwechselt werden. „Gerade der Beginn der Rheumatoiden Arthritis stellt die kritische Phase dar, denn bei etwa zwei Dritteln der Patienten schreitet der Krankheitsprozess in den ersten Monaten sehr rasch voran“, mahnt der Rheumatologe.
Sofort Handeln: Hilft Schaden vermeiden
Andererseits betont er, dass Patienten mit Rheumatoider Arthritis gerade in dieser Anfangsphase besonders gut auf die modernen und wirksamen Medikamente ansprechen, die korrigierend in das fehlgesteuerte Immungeschehen eingreifen. Man fasst diese Medikamente, zu denen beispielsweise Methotrexat und Ciclosporin gehören, unter dem Begriff „Disease-Modifying Antirheumatic Drugs“ (krankheitsverändernde antirheumatische Medikamente, DMARDs) zusammen.
Fehlalarm
Bei einer Autoimmunerkrankung werden die körpereigenen Abwehrzellen an eine Stelle des Körpers gerufen, an der überhaupt kein Einsatz erforderlich ist. Die in großer Menge gerufenen Abwehrzellen richten sich nicht gegen fremde Eindringliche, sondern gegen körpereigenes Gewebe. Die Folge ist bei der Rheumatoiden Arthritis eine Entzündung in den Gelenken.
DMARDs können verhindern, dass die körpereigenen Abwehrzellen aktiviert werden und diese Zellen sich vermehren - der „Nachschub“ wird also unterbrochen.