Diagnose Rheumatoide Arthritis - Was noch hilft

Schmerzen, Entzündungen, Bewegungseinschränkung: Rheumatoide Arthritis kann die Lebensqualität stark einschränken und die Belastbarkeit vermindern. Die Krankheit kann jeden treffen: Frauen, Männer, alte und junge Menschen - auch Kinder und Jugendliche. Die Experten setzen auf Früherkennung: Bereits ganz zu Anfang der Erkrankung sollte mit einer effektiven Behandlung begonnen werden, und das ist in erster Linie die so genannte Basistherapie. Was können aber an Rheumatoider Arthritis Erkrankte noch tun, damit sie möglichst wenig Einschränkungen durch ihre Erkrankung erfahren?
Ganz wichtig für Rheumapatienten ist es, die Beweglichkeit zu erhalten und zu trainieren. Krankengymnastik, Bewegungstherapie im Wasser und die Anwendung von Wärme und Kälte können dabei helfen. Wärme kann lockern, die Beweglichkeit verbessern und Schmerzen lindern. Kälte hilft bei akut entzündeten Gelenken. Entspannungsübungen und auch der Einsatz von Hilfsmitteln verschaffen dem Patienten Erleichterung im Alltag.
Wichtig: Die Beweglichkeit erhalten und trainieren
Sport bei Rheuma - davon rieten die Experten lange Zeit von ab. Sie vermuteten, dass sich übermäßige Bewegung negativ auf die entzündeten Gelenke auswirken und den Zerstörungsprozess zusätzlich fördern können. Neuere Untersuchungen zeigen aber eher das Gegenteil: Sport kann ein Fortschreiten der Krankheitsaktivität aufhalten. So führt intensives Training über einen längeren Zeitraum bei Rheumapatienten zu einer deutlichen Verbesserung der Beweglichkeit und der Kondition, ohne dabei die Gelenke zu schädigen und die Krankheitsaktivität zu erhöhen. Zirkeltraining, Radfahren, Mannschaftsspiele etc. sind möglich. Allerdings sollten die Gelenke zu Beginn der sportlichen Aktivitäten noch nicht zu stark angegriffen sein: Je früher man also damit beginnt, desto besser. Für Rheumapatienten gilt selbstverständlich auch, was gesunde Menschen beachten sollten: Sport sollte regelmäßig gemacht werden; es ist besser drei bis vier Mal wöchentlich eine halbe Stunde Sport zu treiben als ein Mal pro Woche zwei Stunden. Auf Aufwärmübungen sollte nicht verzichtet werden, mit eingebauten Entspannungsübungen und gezielter Gymnastik können Verspannungen und Schmerzen angegangen werden.
Häufig möglich und effektiv: sportliche Aktivität
Regelmäßiger Sport steigert auch bei Rheumapatienten das Wohlbefinden. Das ist wichtig; denn die Symptome der Rheumatoiden Arthritis können sehr belastend sein. Nicht nur die Schmerzen machen den Betroffenen zu schaffen, sondern auch oft zunehmende Einschränkung der Beweglichkeit, der Arbeitsleistung und der Selbstständigkeit. Ganz wichtig ist es, nicht zu resignieren. Wer gut informiert ist und aktiv gegen die Erkrankung angeht, hat dem Gelenkrheuma viel entgegen zu setzen.
Was hilft: sich gut informieren und aktiv werden
Auch der Austausch mit anderen Betroffenen kann weiterhelfen; in Deutschland gibt es ein dichtes Netz von Rheuma-Selbsthilfegruppen, in denen Betroffene sich gegenseitig informieren und unterstützen. Kontakt zu Selbsthilfegruppen vermittelt die
Deutsche Rheumaliga.
Was noch helfen kann: Austausch mit anderen Betroffenen
Die Bedeutung der Ernährung bei Rheumatoider Arthritis wird viel diskutiert. Trotz umfangreicher Literatur sind wissenschaftlich validierte Studien zu diesem Thema selten und in ihrer Aussage oft widersprüchlich. Eliminationsdiäten und Heilfasten sind auf das Weglassen potenziell entzündungsfördernder Nahrungsstoffe ausgerichtet. Im Gegensatz dazu zielt die Zufuhr von Fischöl, Gamma-Linolensäure und Vitamin E auf eine anti-oxidative und anti-entzündliche Wirkung ab. Für beide Therapieansätze gibt es bisher keinen überzeugenden Wirknachweis, vor allem in Hinblick auf objektive Krankheitszeichen. Auch die Substitution anderer Vitamine und Spurenelemente wie Vitamin A, C, Selen oder Zink ist nach bisherigen Erkenntnissen ohne Auswirkung auf den Krankheitsprozess. Durch die Krankheit bedingt besteht ein Mehrbedarf für Calcium und Vitamin D, besonders bei gleichzeitiger Steroid-Behandlung. Bei aktiver Rheumatoider Arthritis ist zudem das kardiovaskuläre Risiko leicht erhöht, weshalb eine Cholesterin senkende Diät indiziert sein kann. Vermeiden sollten Sie Übergewicht und Mangelzustände. Achten Sie auf ausreichend Calcium, Vitamine und Spurenelemente. Tierische Proteine und tierisches Fett sollten Sie nicht im Übermaß zu sich nehmen. Essen Sie mindestens einmal wöchentlich Seefisch. Bei manchen Patienten mit Rheumatoider Arthritis verstärken sich die Symptome unter bestimmten Nahrungsmitteln, in erster Linie nach Fleischmahlzeiten, aber auch beispielsweise durch Wein, Schokolade, Zitrusfrüchte.
Genießen Sie Essen und Trinken.
Aber achten Sie selbst darauf, was gut tut
und was Ihnen schadet.
Eine gesunde Lebensführung ist bei Rheumatoider Arthritis auf jeden Fall sinnvoll und empfehlenswert. Und einige Studien deuten zudem darauf hin, dass man durch bestimmte Ernährungsmaßnahmen auf den Schmerz und andere Symptome der Erkrankung Einfluss nehmen kann. „Rheumadiäten“ können jedoch keinesfalls eine Basistherapie ersetzen.